Unser Ziel

Unser Ziel ist es, die Verbindung von Pädagogik und Landwirtschaft zum Erblühen zu bringen. In enger Zusammenarbeit mit dem Bauernehepaar Kradolfer-Gebhardt soll ein Ort entstehen, der nachhaltig, gesundend, ausgleichend und komplementär zum herkömmlichen Schulunterricht ist. Wir möchten zeigen, dass das Zusammenwirken von Schule und Bauernhof eine grosse Unterstützung dafür bietet, dass sich die Kinder gesund und widerstandsfähig gegenüber ungesunden Zeiterscheinungen entwickeln können.

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Zielgruppe

Grundsätzlich sind alle Kinder und Jugendlichen willkommen. Unsere Hauptzielgruppe sind "normale" Schüler zwischen 8 und 14 Jahren. Denn für Kinder und Jugendliche mit speziellen Bedürfnissen gibt es bereits viele Angebote. Pädagogen vielerorts sehen gerade für diese die Notwendigkeit für eine Arbeit auf Bauernhöfen – ja manchmal sogar als einzige Chance. Für alle anderen Kinder ist das Angebot bisher ungenügend. Mit dem Schulbauernhof möchten wir eine Plattform für die Menschen bieten, die später unsere Gesellschaft führen sollen.

 

Konzeptidee

Die Idee ist, dass die Kinder in einem voll funktionierenden Bauernhof mithelfen dürfen. Wir erfinden keine Arbeiten, sondern bereiten die laufenden Tätigkeiten so auf, dass die Schüler altersgemäss einsteigen können. Sich in einem realen Betrieb einbezogen zu fühlen macht Freude und motiviert für Arbeiten, wie Putzen oder Jäten, die sonst eher unbeliebt sind.

Der Hof Untere Tüfleten ist für dieses Konzept sehr geeignet, weil es ein kleiner überschaubarer Familienbetrieb ist. Viele Arbeiten, die auf grösseren Höfen nur Maschinen bewältigen können, erledigen die Bauern hier von Hand.

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Hintergrund

Eine Beziehung zum Hof aufbauen, sich selbst als handlungsfähig und wirksam in einem realen Umfeld erleben, Zusammenhänge und unmittelbar den Sinn der eigenen Tätigkeit sehen, die Natur in den vier Jahreszeiten erfahren – diese Themen stehen im Vordergrund. Der Fokus ist mehr auf die praktische Arbeit als auf das theoretische Verstehen gerichtet. In der heutigen Zeit wird es immer schwieriger, dass Kinder zusammenhängende Kreisläufe erleben können. Dieser Tendenz versuchen wir hier mit Jahresthemen entgegenzuwirken.

Wie zum Beispiel mit dem Projekt «Vom Korn zum Brot». Dabei geht es darum, dass die Kinder den ganzen Weg des Getreides miterleben und jeden Arbeitsschritt mitmachen zu dürfen. So können sie den Nahrungsmitteln, die man ohne grosse Überlegungen im Supermarkt kaufen kann, eine entsprechende Wertschätzung entgegenbringen. Diese wertvollen Erlebnisse sind prägend für ein ganzes Leben und schaffen einen realen Bezug in einer immer technisierteren Welt.

Urteilsfähig werden,

den gesunden Menschenverstand schulen

Was benötigen die Kinder von heute, um urteilsfähig zu werden? In einer Welt, die voll ist von Halbwahrheiten und Fakenews? Sie brauchen eine gute Grundlage von intensiven Erfahrungen in einer intakten Umwelt. Es geht nicht darum, die virtuelle Welt zu verteufeln, sondern ein reales Gegengewicht zu schaffen. Haben die Heranwachsenden die realen Zusammenhänge in der wirklichen Welt erlebt, können sie auch die digitalen Erscheinungen in ein besseres Verhältnis dazu setzen.

Welches Kind heute ist schon mal ins Heu von einem Heustock gesprungen oder hat gesehen wie ein Kälblein auf die Welt kommt? - Vermutlich die wenigsten.Welches Kind hat ein eigenes Smartphone und kann sich Bilder von einer Kuh im Internet ansehen? - Vermutlich die meisten.

Natürlich kommt es auf den Ort und die Situation an. Aber es ist tatsächlich erschütternd zu sehen, wie viele Kinder aus der Region unseren Bauernhof besuchen und weder einen Hammer noch einen Besen in der Hand hielten, noch nie Geschirr waschen mussten, sich noch nie an einer Brennnessel gebrannt haben und nicht den Unterschied erkennen zwischen einer Kuh und einem Stier. Dinge, die vor zwei bis drei Jahrzehnten selbstverständlich waren, werden heute zu einem grossen Lehrauftrag für die Erziehenden.

Deshalb legen wir Wert auf:

  • aktives Mitdenken bei der Arbeit

  • Zusammenhänge erkennen zwischen den Wettererscheinungen und dem Pflanzenwachstum

  • Ursachen und Wirkung verstehen lernen beim Pflanzen und Ernten aber auch handwerkliche Geschicklichkeit erüben

  • ein gutes Körpergefühl entwickeln bei Arbeiten in unwegsamen Gelände

  • Ausdauer bei einer Tätigkeit entwickeln

  • Durchhaltevermögen stärken an heissen, kalten oder nassen Tagen

Das sind nur einige Fähigkeiten, die sich die Schüler bei jeder Arbeit aneignen.

Zu erleben, dass die eigenen Kräfte sinnvoll eingesetzt werden können, dass die Arbeit die man leistet gebraucht und geschätzt geschätzt wird, stärkt das Selbstvertrauen, das die Kinder und Jugendliche mehr denn je brauchen.

Unsere Überzeugung ist, dass nur durch solche elementaren Erfahrungen ein gesundes Verhältnis zu einer digitalisierten Umwelt entstehen kann.

Um diese Anliegen zu verwirklichen ist der Hofpädagoge als selbstständiger Mitarbeiter auf dem Hof und wir suchen Sponsoren, Stiftungen und private Spender, die uns in dieser Arbeit unterstützen.

Wir freuen uns über jede Unterstützung

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